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Nachtflohmarkt

vom Samstag, 21. Februar 2026
Kunst, Krempel und so manches Sahnestück in Bad Blankenburg

Schallplatten, Schmuckstücke, Accessoires und Vintage-Klamotten, Einrichtungsgegenstände, alte Kameras oder durchgewälzte Bücher, beim Nachtflohmarkt in Bad Blankenburg finden Schnäppchenjäger am Samstag bei den 65 Profi- und Hobbyhändlern alles, was sie glücklich macht. Als die Stadthalle ihre Türen öffnet, stehen die großen und kleinen Fans bereits in einer Schlange, welche bis zum Beginn der Treppe reicht. "Die Besucherzahlen werden heute garantiert wieder vierstellig", ist sich Veranstalter Gerald Wagner ziemlich sicher. Und seine Frau Petra meint: "Das war bei den über hundert Trödelmärkten zuvor auch nicht viel anders." Die ältere Generation kommt zwischen 17 und 20 Uhr, während die jüngeren Leute später am Abend über den Flohmarkt schlendern, um Schnäppchen zu jagen. Auch bei den Ausstellern gibt es Frischlinge und alte Hasen. Zu letzteren gehört ein Händler aus Greiz. Bei ihm hat der Bad Blankenburger Maler Gerd Pfanstiel ein Auge auf eine hochwertige Replik eines Gemäldes von Auguste Renoir geworfen. Er wolle nochmal eine Runde drehen, bevor er das Gemälde eventuell kaufen werde, sagt er. Und dass er hier schon einmal einen kleineren Druck erstanden habe. Während sich Claudia Schilling aus Rudolstadt für Bücher und Puzzle interessiert, ist Sylvia Hielscher aus der Fröbelstadt auf der Suche nach DVDs für das Kinoprogramm im einheimischen Pflegeheim. Auch vor Robert und Emma liegt ein abwechslungsreicher Rundkurs, bei dem man vieles ergattern konnte, was der Geldbeutel hergab. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge denkt Claudia Böhme aus Weimar an die Menschen zurück, denen sie hier begegnen durfte, an die vielen Gespräche, die sie zwischen gebrauchten Kaffeeservices und alten Videokassetten geführt habe. Paul aus Kirchhasel hat mit einem Fernglas alles im Blick und ist sich noch unschlüssig darüber, ob er das Teil kaufen möchte. Kerstin und Ronald Wiesel aus Gotha sind echte Schnäppchenjäger und haben ihren Spaß auf den Flohmärkten. Am Vormittag hätten sie schon auf einen anderen vorbeigeschaut, lassen sie wissen. Er outet sich als Sammler von Comics und Jugendzeitschriften der frühen Jahre aus der ehemaligen DDR. Auch die Anbieter schätzen die Atmosphäre. Spielwaren, Bücher, Kleidungsstücke, Geschirr, Nützliches für Haus und Garten, antike Wertgegenstände und vieles mehr fanden neue Besitzer. Von A wie Ansichtskarte bis Z wie Zinnsoldaten ist alles zu finden. Auch der eingangs erwähnte Bad Blankenburger Maler Gerd Pfanstiel hat sich zum Kauf des Bildes entschlossen. Ob er damit die eigenen vier Wände oder sein Atelier aufhübschen werde, wisse er noch nicht. Was unterm Strich bleibt. Jeder hat zu Hause Geschenke von Freunden und Verwandten, die zwar lieb gemeint, aber eben in ihrer Scheußlichkeit nicht zu überbieten sind. Eine gute Alternative zum Kaputtschlagen sind Trödelmärkte. Man glaubt ja gar nicht, was andere Menschen so alles gebrauchen können.
von Roberto Burian
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